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Die Basis unserer Arbeit - JES Gruppen vor Ort

Die Grundlage für die Arbeit des bundesweiten JES Netzwerks liegt in der Vielfältigkeit und Lebendigkeit der JES Gruppen vor Ort. Das bundesweite JES Netzwerk hat momentan ca. 30 regionale Gruppen, Initiativen und Vereine.

Innenorientierung

Die JES Gruppen vor Ort bieten viele Formen des Erfahrungsaustausches und der unmittelbaren praktischen Hilfe, die bei der Bewältigung des Alltags hilfreich sein können. JES- Gruppen bieten nicht nur die Chance der Minderung oder Beseitigung von Problemen, der Relativierung erlebter negativer Erfahrungen sowie der psychischen und sozialen Stabilisierung. Über den sozialen Kontakt werden zugleich Impulse vermittelt, neue Fähigkeiten und Verhaltensweisen zu entwickeln und zu erproben. Die Gruppe bietet schließlich auch die Möglichkeit, sich in Ruhe und Muße mit unserer Identität als Junkie, Ehemalige/r und Substituierte/r auseinander zusetzen. Mit ihrem Engagement sind viele JES-Gruppen zu einer unverzichtbaren Ergänzung der sozialen und medizinischen Versorgungseinrichtungen geworden, die nur begrenzt Unterstützung bei der Bewältigung der vielfältigen Folgen des Drogenkonsums geben.

Außenorientierung

Viele regionale Gruppen orientieren sich mit ihrer Arbeit jedoch nicht nur an den Bedürfnissen der Gruppenmitglieder, sondern haben die Schwerpunkte ihrer Arbeit in die öffentliche Darstellung und in die politische Arbeit gelegt. Diese Gruppen bemühen sich - z.B. über umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sowie die Vorbereitung und Durchführung von Informationsveranstaltungen und Fortbildungen -, Betroffene, Angehörige und HelferInnen aufzuklären. Dabei wird nicht nur angestrebt, den möglichen Folgen illegalisierten Drogenkonsums präventiv zu begegnen. Mit kompetenter Aufklärung soll zugleich gegen Vorurteile und Mythen, gegen Unwissenheit und irrationale Ängste gearbeitet werden, so dass die Diskriminierung und Benachteiligung von DrogenkonsumentInnen aufgebrochen werden.

Über die politische Arbeit und die Mitarbeit in fachbezogenen Gremien und Arbeitskreisen bemühen sich diese Gruppen zugleich ihrer Rolle als kritische Begleiter des Drogenhilfesystems gerecht zu werden.

Einer Reihe von JES- Gruppen ist es gelungen (auch mittels eigener Räumlichkeiten), sich einen stabileren und verlässlicheren institutionellen Rahmen für ihre Arbeit zu geben. Dies ermöglicht, zusätzlich zu dem nach innen und außen gerichteten Engagement, kompetent und verlässlich Beratung und Betreuung für rat- und hilfesuchende Menschen anzubieten. Diese Gruppen besetzen mit ihren Angeboten Lücken im Hilfesystem, sammeln Erfahrungen von anderen DrogengebraucherInnen, und schaffen durch ihre unmittelbare praktische Arbeit Grundlagen für die Modernisierung des traditionellen Netzes sozialer Versorgung.